Jörg Nath


 „In Augenkontakt mit den Dingen sein, für die ich Wörter zu sammeln versuche.“

                                                                                                        Christoph Wilhelm Aigner

Die vergessenen Worte (03.12.2023)

 

Sind die Menschen taub

geworden?

Es wurden die Worte

doch alle gesprochen.

Sind die Menschen blind

geworden?

Es wurden die Gedanken

doch alle geschrieben.

Es wurde ergründet,

verstanden und gewarnt.

Es wurde durchschaut,

verdeutlicht und ermahnt.

Sind die Worte nur Geräusche

einer Großstadtmelodie?

Sind die Gedanken

nur dekorative Platzhalter?

Verliert sich die Weisheit

in den Winkeln

unzähliger Realitäten?

Welche Worte besitzen

das Licht –

zur Unsterblichkeit?

Und am achten Tage (03.12.2023)

 

Und am achten Tage

folgten die Schreie.

Die Schreie

der Menschen,

ohnmächtig,

ob ihrer eigenen

Hilflosigkeit.

 

Doch warum

zuhören?

Warum

eine zweite Chance

einräumen?

Die Erste gilt.

Doch sie bleibt ungenutzt,

denn ihre Wirklichkeit

ist die Schlagseite –

der Menschheit.

Der verlorene Kern (03.12.2023)

 

Unter dem Fokus der Oberfläche

verödet die Verbindung zum Kern,

sterben die Wurzeln. Doch wo

nichts fließt – ist kein Wachstum.

 

Die Individualität verliert sich

im Meer der Gleichförmigkeit,

weicht einer inszenierten Welt

aus suggerierten Puzzleteilen –

wasserlöslich und lichtempfindlich.

 

Auf der Suche nach Sichtbarkeit

bleibt die Substanz unberührt,

verrinnt wie die Zeit, ungenutzt,

im Stundenglas der Möglichkeiten.

 

Was bleibt sind bunte Hüllen,

instabil, haltlos und ohne Tiefe,

treibend im Kosmos der Illusionen.

Doch nicht für die Augen –

die sie erschaffen haben.

Zu hoch der Berg (26.11.2023)

 

Die Töne, welche sich seidenweich

um die Stimmen legten,

wie das feine Tuch

um den Nacken der Schönheit,

tropfen unberührt

von der imprägnierten Haut.

 

Die Lichter, welche sich wärmend

auf die kalten Bilder legten,

wie das ruhige Kaminfeuer

auf der dürstenden Wange,

fallen durch die Iris

ins Vergessen.

 

Das Herz, welches dem Sisyphosfelsen gleich

versucht die Integrität zu wahren,

schwankt unter der Sehnsucht.

Doch ohne sein Wesen

bleibt nichts zurück –

außer einem Blatt im Wind.

Der Sprung in der Platte (25.11.2023)

 

Und wir gingen hinaus,

hinaus in die Wälder,

hinaus in die Felder.

Und wir folgten den Ufern,

den Flüssen und Kanälen.

Wir suchten in den Straßen,

an Plätzen und Orten des Lichts.

um die Antwort zu finden,

zu ergründen, ob unsere Reise

ihren Wert beweisen würde.

Und wir waren frohen Mutes.

Gestärkt ob all der Wege,

die wir mit Kraft gegangen.

Inspiriert ob all der Bilder,

die wir mit Herzen sahen.

Hoffnungsvoll ob all des Lichts,

welches unsere Haut spürte.

So betraten wir das satte Grün,

strichen mit fokussierten Zellen

über die feinen Spitzen,

benetzten unsere Finger

mit dem Saft des Lebens.

Tranken den Nektar

vom Baum der Erneuerung,

bis das erste, zarte Flimmern

die Wahrnehmung füllte

und wir nähertraten.

Dann sahen wir sie,

die wohlgeformten,

frisch geputzten Blüten.

Wir traten in ihren Kreis,

genossen ihre Wärme,

ließen uns nieder in ihrer Mitte

und begannen zu lauschen.

Lauschten dem Wind

in ihren Gewändern,

folgten den tätowierten Worten

auf ihren Stängeln.

Dann dimmten sie das Licht

und die Blüten traten nach vorn,

absorbierten die Wahrheit.

Und wir sahen nicht die Dornen.

Sahen nicht,

wie die feinen Wurzelspitzen

die Erde um uns durchstießen,

sich windend näherten,

bereit zur Assimilation.

Der Peitschenknall

der ersten Berührung riss

den Schleier aus der Luft,

offenbarte die trockenen,

hölzernen Stiele mit den

aufgesetzten Blütenblättern.

Und sie waren alle gleich.

Und die Stimmen der Vögel

waren die alten Stimmen.

Und der Duft der Blüten

war ein altbekannter Duft.

Und die Bäume trugen

die gleichen Gewänder.

Und der Kreis wurde zur Arena.

Und wir begannen zu laufen.

Wir erreichten den Rand,

blickten zurück und

die Augen brannten.

Sie brannten, weil

der Sprung in der Platte

irreparabel schien und

nirgends eine Hand,

die versuchte

die Nadel anzuheben.

und so liefen wir,

liefen und

hielten unseren Blick

auf den Horizont gerichtet.

Wie liefen

und im Hintergrund -

sprang die Platte.

Noch ist Zeit (11.11.2023)

 

Der große Gleichmacher liegt

lähmend auf dem noch schlafenden Gewissen,

zieht die Gegenwart ins Vergessen.

 

Dann mit der Zärtlichkeit einer ersten Berührung

legt Aurora ihre Hoffnung

auf die Silhouette der Stadt,

streicht ihr die drückende Schwere

von dem menschgekrümmten Rücken

und entblößt die Schönheit

des noch nicht Erwachten.

 

Behutsam haucht sie

den Odem der Möglichkeiten

durch die Straßen,

bereitet aufs Neue den Weg –

für ein wartendes Wunder.

Novembererkenntnis (06.11.2023)

 

Auf den Wegen schichten sich,

in stiller Umarmung,

die gefallenen Tage

zu einem Mosaik der Erkenntnis.

 

Behutsam nehmen sie

die Gedanken in ihre Mitte –

flüstern leise von Erneuerung.

Die Sehnsucht der Rezeptoren (07.10.2023)

 

Ich tauche meine Hände

in die glühende Morgenröte,

gieße sie über mein Gesicht

und spüre die Wärme

deiner heraufziehenden Leidenschaft.

 

Ich hänge meine Sinne

in den auffrischenden Wind.

Seine Berührung zeichnet

die Landkarte deiner Erregung

auf meine dürstende Haut.

 

Meine Lippen küssen

die Süße deiner Verzückung

aus der kühlen Frühe,

laben sich an ihr, wie das Gras

am Tau des Morgens.

 

Meine Augen formen

die Kurven deiner Sinnlichkeit

aus den Wolken und

brennen sie auf den Horizont,

weisen mir den Weg zu deiner Lust.

 

Und in der Nacht setze ich Sterne

auf die Konturen deines Gesichts,

verankere deine Schönheit

im Mantel der Nacht –

bis ich aufwache,

den Wunsch laut ausspreche.

Betrachtung des Lichts (03.10.2023)

 

I

In konzentrischer Sanftheit

ergießen sich 1001 Nacht

hingebungsvoll in die Gegenwart.

In weichen Figuren

fließen Licht und Schatten

über das dunkle Holz,

erwecken den Boden zum Leben,

ertasten die Realität.

Unter ihren Berührungen

löst sich die Materie,

verliert ihre Härte –

wie das Herz.

 

II

Die Wahrnehmung folgt

der Verbindung zur Außenwelt

und aus Zwei wird Vier,

aus Innen wird Außen,

bestätigt die Gefahr

ihrer Naivität.

Paul stellte die richtige Frage,

kannte die Antwort.

Doch wem ist sie zugänglich?

 

III

Zurück zur Form,

fällt das Bewusstsein auf den Kern

und der Kern ist Licht.

Durchlässig ist die Form,

doch so lange das Licht entweicht –

kann Schönheit sich entfalten.

Wächter des Turms (30.09.2023)

(Du wirst es wissen)

 

In deinen Gesten lebt die Stille

und deine Stille ist sehend.

Unter ihr existiert eine Welt.

Eine Welt, die Morpheus selbst

sich nie zu erträumen hoffte.

In der Euterpe und ihre Schwestern

ihre Samen pflanzen, abseits

der Windungen des Gewöhnlichen.

Wo Nymphen sich niederlassen,

am Fuße des Turms, verzückt

den Gesängen deiner Welt lauschend,

staunend über die vielen Stimmen.

Und wenn die Abendsonne

ihre Zauber webt, steigt Iris auf

und berichtet dem Olymp –

von deiner Leidenschaft.

Die Suche nach Licht (24.09.2023)

 

Zärtlich streicht der Wind

über das Rückgrat der Pappeln.

Widerstandslos ergeben sie sich

seinem Spiel, biegen sich leidenschaftlich

unter seinen Berührungen.

Wolken türmen sich, beobachten reserviert

im Vorbeiziehen die Intimität.

 

Im Sprung zurück manifestiert sich,

in der Dämmerung des Wunderlandes,

die Vorstellung in kleinen Lichtblitzen,

löst die Starre und

fällt in zarten Regentropfen

auf die Haut der Offenbarung.

 

Immer wieder werfen die Kastanien,

in weiten Bögen, die Arme in die Luft,

neidisch, auf das Gewicht der Worte,

schütteln sich amüsiert

über den Verlust des Fadens,

der aus dem Labyrinth führt.

 

Irgendwann beginnt der Tanz,

erweckt das Papier,

trennt die Verbindung zur Gegenwart,

fesselt den Blick.

Im wilden Reigen springen

die Akteure von Linie zu Linie,

erkunden die Felder des Königs,

bis sie festen Willens

ihren Platz einnehmen,

im Gefüge des Blutes.

 

Doch wieder einmal

blieb die Suche ohne Erfolg.

Ausdauernd schmachten die Pappeln.

Eifersüchtig flüstern die Kastanien

und nirgends fand sich,

in den Weiten der Überfüllung,

die Formel,

um den Worten –

mehr Licht zu verleihen.

Ich sehe was, was du nicht siehst! (22.09.2023)

 

Akribisch filtert die Netzhaut

die eingehenden Telegramme,

prüft sie nach dem Blitzcasting

auf ihre Übereinstimmung,

bevor sie dann in den Arealen

der ungenützten Möglichkeiten

fest verankert werden.

 

Farben, aus dem Kontext des Lebens

gerissen, werden auf der Palette

des Egos gemischt, so lange,

bis sie den Augen schmeicheln.

 

Mit dem Pinsel der Überzeugung

wird dann die verankerte Verblendung

immer und immer wieder auf die

Leinwand der Unzulänglichkeit gemalt,

bis das Konstrukt sichtbar wird

und zur Wahrheit aufsteigt.

Sappho geht Schwimmen (16.09.2023)

 

Die Schultern leicht zurückgeworfen,

nach vorn gewölbt die süße Zier, ertastet

sie die Welt mit scheuen Zehenspitzen,

verbindet die Gegenwart mit jedem Schritt

und mit dem Wesen eines Schwans schreitet

sie in seine Arme, ergibt sich dem Liebesspiel

aus Schönheit und kühlem Nass.

 

Mit Widerwillen gibt er sie frei, löst

die Umarmung, die so inniglich begründet.

Verzückt entsteigt sie ihrem Liebsten,

unterbricht zum Abschied ihren Tanz und

in einer Geste der Unendlichkeit hebt sie

die Arme, ordnet das wallend feuchte Haar

und offenbart die unverhüllte Weiblichkeit,

eines Künstlers Muse – sein Vergehen.

Die Seele hinter dem Spiegel (16.09.2023)

 

Leinwand des Himmels.

Zusammen verleiht ihr der Tiefe

eine neue Bedeutung, hebt sie

auf die nächste Stufe. Aurora

hüllt dich in ihre Liebe und

das Leben feiert in dir

– seine Schönheit.

 

Heilmittel für die Kakophonie

einer falsch verstandenen Entwicklung.

Unter allen Sprachen der Welt wird

die deine am wenigsten gesprochen,

denn es ist eine leise Sprache,

weniger als ein Flüstern.

Wer sie lernen will

muss schweigen

horchen –

was das Nichts zu sagen hat.

Das Fundament (16.09.2023)

 

Wo ist die Verbindung

zwischen Wurzel und Blüte?

Was ist sie noch wert?

Wie erkennt man die wahre Farbe

bei all den Kreuzungen?

 

Wo ist die Verbindung

zwischen Wort und Seele?

Was ist sie noch wert?

Wie erkennt man den wahren Klang

bei all den Statisten?

 

Ohne Fundament

sind Mauern haltlos,

bedeutet jede Erschütterung

einen Riss in der Fassade.

 

Das Auge wendet sich ab

– beginnt sie zu bröckeln.

Die Wahrheit in der Begegnung (03.09.2023)

 

Was siehst du

mit deinen Facetten,

wenn du dich näherst,

dein vierblättriger Rücken

deine Präsenz in die Stille hängt,

den Fluss des Lebens lenkt?

 

Durchdringt die Schärfe

deines Blickes die Wirklichkeit?

 

Offenbart sich dir

der Kern unter den Schichten?

 

Deine Neugier adelt mich.

Ist sie auch von kurzer Dauer,

hinterlässt sie doch Spuren

– schwarz und weiß.

Nichts (01.09.2023)

 

Wolkenbilder ziehen

unter mir hinfort,

verwischen die Grenzen

des Wahrnehmbaren.

In dem Einhalt allen Strebens

vollendet sich der Himmel,

füllt sich der Moment mit Licht

und nichts,

              absolut nichts

hat Gewicht.

Nebel füllt die Straßen (01.09.2023)

 

Ein Nebel,

dem das Licht

nichts anhaben kann.

 

Wie Brautschleier,

legt er sich

über die Häupter

des Sarkasmus,

verhüllt die Quelle.

 

Je lauter die Farben,

umso blasser

die Erscheinung.

 

Je dichter die Galerie,

umso leerer

die Hülle.

 

Nebel füllt die Straßen.

Ein Nebel,

dem das Licht

nichts anhaben kann.

 

Bis Münder sich bewegen

– die Lieder erklingen.

Die Intimität der Momente (23.08.2023)

flimmert, wie Sonne

auf heißem Asphalt,

über die Großleinwand

meines Gehirns.

 

Ein Universum der Gefühle

in einer Nussschale,

auf der Fahrt

durch die Zerbrechlichkeit.

 

In ihrer Bedeutung treibend,

setze ich –

meine Gralssuche fort.

 

Inspiriert durch Marie von Kuck - "Auf Parzivals Wegen"

Spaziergang mit L (20.08.2023)

 

Dem Kanal entgegen, voller Vorfreude auf die neuen Bilder.

Entlang der Liebe der Menschen zu Zäunen, Geometrie und

dem Streben nach Selbstbestimmung und Freiheit. Entfaltet

 

in kleinen, alltagsfreien Inseln, die Individualität flüstern.

Vorbei an knorrigen alten Weiden, die verwundet, versorgt,

sich dankbar dem Leben entgegenstrecken. Das blaue

 

Band säumen, offenbaren, wieviel Kraft der Wille in seinen

Fundamenten trägt. Auf der Eisenbahnbrücke innehalten,

tief atmen und aus dem blau grünen Kleinod ein Gefühl

 

schneiden, bis die Welt dahinter zum ersten Mal schwindet.

Befreit von anfänglichen Reizen auf die Sieben zu, die mit

ihren grün leuchtenden Zipfeln die kulturelle Vielfalt abstecken.

 

Dem Uferweg folgend, von Brücke zu Brücke, wo dichte

Bärlauchwolken, nach wenigen Metern, den Duft von Pasta

und Rotwein suggerieren. Überholt von vielen aufgemalten

 

Laufhosen, die in langen Fäden, die Sehnsucht älterer

Männer nach einem jüngeren Leben hinter sich herziehen.

Dann öffnet sich das Band und der Blick weitet sich. Gibt

 

die Zeugen einer vergangenen Zeit Preis, initiiert einen

kurzen Moment der Romantik. Ein älterer Mann, auf der

Stufe einer vernagelten Tür, kaum zu erkennen im Wald

 

der Graffitis, liebkost mit seinem Gesicht die Silhouette der

Stadt. Seine Verliebtheit folgt, wie eine ruhende Hand auf

der Schulter. Ein paar Schritte erzählen die Spraydosen

 

noch ihre Geschichten, dann folgt der abrupte Wechsel in

die glatte Welt der goldenen Quadratmeter, die sich zum

Glück schnell wieder der Schönheit ergeben. Durch den

 

spätgotischen Wächter die Insel betreten und bewusst

eintauchen, in die Welt der Giebel, Gänge und Höfe. Doch

zuerst auf den Gebeinen der Geschichte einen Moment

 

in der Weite Luft holen und sich von den Masten in eine

andere Zeit entführen lassen. Danach dem Pfad der

Galerien folgen und die Farben ihrer Kreativität trinken.

 

Die Lieblingsstraße betreten, dabei den Schritt an ihre

Leichtigkeit anpassen und die Bilder für eine spätere

Weinreflexion katalogisieren. Am Ende der Straße dann die

 

andere Seite für den Rückweg nutzen, um neue Blickwinkel

zu testen. Vorbei an herrenlosen Feuchtgaragen. Vereinsamt,

bewacht von augenlosen Fischern, die aufgereiht, wie

 

griechische Statuen den Weg zu meiner Burg weisen. Dann

sitzt da auf einer Bank eine kleine, ältere Dame, deren

Lächeln selbst die Sonne zu rühren scheint. Die glücklich,

 

unbeschwert die Beine baumeln lässt, als wäre es der erste

Tanz mit ihrer großen Liebe. Gefangen ob ihres Friedens

geht es inspiriert Richtung Westen, der gefüllt mit Glut

 

gesäumten Wolken der Stimmung die Krone aufsetzt und

die Vorfreude schürt, auf den nächsten Spaziergang mit L

– dem Ausleuchten der Schatten.

Die Bedeutung der Gegenwart (17.08.2023)

 

Der Versuch mit offenen Augen

die filigrane Schönheit festzuhalten,

ihr Wesen zu erfassen, löst das Leben

aus dem Fluss der Zeit.

 

Unbeeindruckt zeigt sich überall

neues Leben, folgt der Wahrheit

und seinen inhärenten Instinkten.

 

Ohne Kalkül säumt die Nymphe

das blaue Band, beantwortet die

unerwiderte Liebe mit Erblühen.

 

In den Wipfeln applaudiert der Wind,

fordert Zugabe von der Reinheit und

in einer Geste der Stille verliert sich

der Kontakt mit dem Bewussten.

 

Blau schimmernde Lichtblitze tragen

in ihrem Gefieder die Erkenntnis

der Belanglosigkeit und alles gleitet,

schweigt und füllt die Gegenwart

– mit Bedeutung.

Tropfen saugen sich (17.08.2023)

voll mit der Ironie des Lebens.

Gesättigt fallen sie schwer,

zerplatzen mit lautem Gelächter

auf dem metallenen Geländer.

 

Kleine, temporäre Fontänen, die

Unvorhersehbarkeit versprühen.

Die Welt, für jedermann sichtbar,

mit Sarkasmus befeuchten.

 

Mit ihnen zerspringen –

die Ziele des Sommers.