Fremde Fragmente von A bis Z (aus dem Lübecker Lyriktreff)

Als mein Aug zu leuchten wagte und mein Herz die Hände hob (Frauke Krieger) - Auf dass die Schatten ihr Wesen verlieren (Jörg Nath) - Auf den Wegen schichten sich, in stiller Umarmung, die gefallenen Tage zu einem Mosaik der Erkenntnis (Jörg Nath) - Aufs Papier geblutet, formen die Worte die ersten Konturen einer neuen Suche (Jörg Nath) - Der Tag kam früh, um seine Ruhe zu haben (Parijato) - Gib mir ein W, dann gebe ich dir ein O und sage: In der Stille (Susanne Kaffka) - Hier ist dein Schatten weiß und unser Sommer nur geliehen (Maja Löwe) - Ich bin der Traum, den du nie träumtest (Andreas Oltzen, Gästezimmer) - In dem Spiegel hinter den Gläsern das ungenaue Ich (Jörg Nath) - In meinem Kopfflipper jagen Gedankenkugeln über die Spielfläche meines Gehirns, finden keine Löcher (Jörg Nath) - Meine Ungeduld, die hängt noch dort, an dem Haken bei der Tür (Marie von Kuck, Gästezimmer) - Semprarte para que luego vuelvas (Jorge Campero, Gästezimmer) - Und wenn in der Ferne nichts als Ferne wär; jetzt geh ich mit (Andreas Oltzen, Gästezimmer) - Untergegangen in den regelmäßigen Sitzungen meiner Zeitfresser (Jörg Nath) - Worte, nicht gesagt, nur gedacht und dann vergessen (Elisabeth Oltzen) - Zuhause sein ist wie auf Reisen gehen, in die innere Welt (Elisabeth Oltzen)                 

 

 

Jacques Dulon

 

...schreibt seit Lyrik, Prosa und ist als Reisefotograf unterwegs (www.jacquesdulon.com/whats-new)

 

Manchmal habe ich Glück, dann schreibe ich besser - als ich kann (Ernest Hemingway)

Warum soll ich Zusammenhänge herstellen, wenn ich es verhindern kann (Ilse Aichinger)

 

Alle Texte* und alle Fotos** auf dieser Lyrik-Seite sind von Jacques Dulon

außer

- * die Übersetzungen Als wir uns trafen ins Spanische: Cuando nos conocimos - von Jenny Santivañez Guillen

- ** die Fotos        Dulon liest Dulon - von Andrea Knust

                      Wege              von Marie von Kuck                     

UNTER WOLKEN, Saargau (Dulon)
UNTER WOLKEN, Saargau (Dulon)

 

 

Momentanes Lieblingsgedicht/-lied: Yolanda           von  Pablo Milanes

Momentanes Lieblingsbuch:          Arbeit der Vögel  von  Marica Bodrožić

 

 

Gedicht des Monats: 2023, November

 

(...gegen mein November-Gedicht gab es Bedenken. Aus diesem Grund habe ich es entfernt.) 

Verabschiedung alter Freunde

 

Noch bis zum 19.11.2023 auf dieser Seite: Die Klobrille

Foto: www.jacquesdulon.com/minden

 

Noch bis zum 20.11.2023 auf dieser Seite: Vollmond oder Eine alte Liebe

Foto: aus Stargard Szczecinski - www.jacquesdulon.com

 

Noch bis zum 01.12.2023 auf dieser Seite: Geheimnis vom Fliegen

Textinspiration: Marie von Kuck mit ihrem Gedicht "Eva"

Foto: aus Kütz - www.jacquesdulon.com/kuetz

 

Noch bis zum 09.12.2023 auf dieser Seite: Letzte Nacht vor meiner Kneipe (Ein psychopathologischer Alptraum über den Sommer 21)

 

Noch bis zum 09.12.2023 auf dieser Seite: Mögliche Kapitulationen

SPIEGELWELTEN, Berlin www.jacquesdulon.com/berlin
SPIEGELWELTEN, Berlin www.jacquesdulon.com/berlin

Neuer Text: Scherben und Kreise (bis an den Rand)

Foto: Vendsyssel-Thy - Jacques Dulon

 

Scherben und Kreise (bis an den Rand)

(Eine Verbeugung vor Pablo Milanes und seinem Lied „Yolanda“)

 

Dies Lied kann nicht mehr sein - als ein kleines Gedicht

obwohl ich wünschte, es wäre - ein Schwur, der nicht bricht

auf die gebrochene Liebe, die keine Rücksicht mehr nimmt

die nichts mehr verspricht, wenn alles - von vorne beginnt

Ich trag´ diese Liebe - als mein kostbarstes Kleid.

Sie reicht an den Rand - meiner endlichen Zeit

 

Wärest du nicht bei mir, stürbe ich nicht aus Gram

Doch begänne mein Sterben, auf einer (recht) mühsamen Bahn,

dann wünschte ich mich - in deine Arme zurück

in denen ich fand: Mein ursprünglichstes Glück

Sie tragen ein Geheimnis, das ich in mir bewahre

Es reicht an den Rand - meiner letztlichen Tage

 

Wenn ich dich jetzt sehe, spür´ ich die Kraft, die verzeiht

die aus den Schichten der Angst, mich wieder befreit

Du entkleidest mich wortlos - ohne mich zu beschämen,

aus liebender Lust - mit trauernden Tränen.

Sie tragen keine Grenzen, nur Scherben und Kreise,

die ich für dich ziehe - bis an den Rand meiner Reise

 

Doch kommt jener Tag, der mich für immer besiegt

mit der Sonne am Morgen, die vor der Nacht in mir flieht

dann sing´ ich das Lied, das du mich einst lehrtest

als du mich das erste Mal - so zärtlich begehrtest,

als sprächest du leise - dein tiefstes Gebet,

für den Rand, an dem jeder - einmal nur steht

 

 

 

Künstler interpretieren Dulon

 

Nicholas McDonald interpretiert: Linda (nicht mehr auf dieser Seite)

Reiner Schubert   interpretiert: Im Schatten junger Frauenblüte (Der Maler) (nicht mehr auf dieser Seite)

 

Elisabeth Oltzen  interpretiert: Dein Nicht-Nein (zu finden auf ihrer Seite)

 

Marie von Kuck    interpretiert: Schatten auf Wände 

Foto: Schatten auf Wände, Berlin (Dulon)

 

Schatten auf Wände 

(Eine Verbeugung vor Alda Merini und ihrem Text: E poi fate l'amore)

 

Und dann... - dir die Liebe schenken

Die gemeinsame Liebe, nicht den einsamen Sex

bei dem sich die Körper - nur kunstvoll verrenken

verkleben - doch nie etwas zusammenwächst.

Ich sah dich verletzt - an der Häuserwand kleben

und ich - saß daneben

 

Die tastenden Küsse - zuerst nur mit Blicken

Augen in Augen getaucht, - die Geschichten erzählen

Vom Hoffen und Hadern und - Weiterschicken

durch dein dunkleres Reich - in dem Geheimnisse quälen

Deine Stimme gebrochen - von einem lautlosen Schrei

Meine, die schwieg – Verzeih!

 

Bis meine Hände dann lernten - von deinen Augen

so zärtlich zu küssen, als würden - dich Federn berühren

frei von der Gier, sich mit roher Gewalt – an dir festzusaugen

denn sie können nichts halten – nur streicheln, dich spüren....

Deine Schatten gesehen, - die wie alte Tapeten

in fröhlichen Fetzen - im Frühlingswind wehten?

 

Was den Händen geschenkt, - auch den Lippen gelehrt:

Deine Schultern zu küssen, - deine Arme und Brüste

ohne dass deine Seele sich mit den bleiernen Bildern beschwert

und ertrinkt in den Fluten - einer längst verlassenen Küste

Kannten denn Steine - das Gewicht deiner Schwere?

Kannte die Luft – deine innere Leere?

 

So erkunden die Seelen - auch die geheimsten Gezeiten

an steinlosen Stränden, - mit den weicheren Wellen

auf denen ihre Schatten über die Wasser reiten

und sich ihre Tiefen - für Sekunden erhellen.

Doch als die späteren Winde - dich von der Häuserwand rissen

Wusste ich plötzlich – Ich werd´ dich vermissen.

 

Das war unser Leben! - der Liebe Geschenk!

Was konnten wir retten? Was wurd´ uns verwehrt?

Und warum ich noch immer - manchmal - an dich denk…?

Deine Liebe hat mich - wieder lieben gelehrt.

Auf die Häuserwand fällt - mitunter - ein flüchtiger Schein

Ich erkenn´ meinen Schatten – Er sitzt dort allein

SCHICHTEN - Dulon, Berlin
SCHICHTEN - Dulon, Berlin

Foto: "SCHLAF ÜBER SCHICHTEN" Wandbild Hildesheim, www.jacquesdulon.com/hildesheim

 

Es ist ja kein Mord (...von Häutungen und Verschalungen)

Eine phonetische Schichten-Collage mit nur einer Sprech-Stimme und ihren Verschattungen

(inspiriert durch Marie von Kuck, eine Verbeugung vor Ingeborg Bachmann)

 

Der Tag ließ meine Töne noch einmal versonnen

zu Splitterfarben-Grün - bis in die feinsten Strahlenspitzen~

meiner ersten Lichtkontakte, die durch ihr Erglühen mir wieder genommen

f o r t~t a n z t e n ins Dunkeltief der Mauerritzen,

                                        um sich zu verstecken

vor dem Uhrwerk der Stundenfabriken aus Getriebe und Glas

durch die, auf weltumspannenden Zeigern, die Zeit ziellos rast

über fremdländische Latitüden bis in meine verwinkelten Ecken

 

Im Takt der Atemschaukel klang gereinigt mein Herzschlag,

jenseits meiner hohl gewordenen Sprechblasen-Architektur,

die auf der fett gewordenen, rotblonden Ziegelwand lag,

mich mit dem Rest meiner Jagdjugendspur

                              altersmüde beschwerte,

sie verklebte - zu dem Worthülsen-Gewitter

einer rostenden Rüstung (längst vergessener Ritter)

die sich dozierend ihre eigene innere Leere erklärte

 

Was werde ich sagen ? Und mit welchen Verdeutungen~

beleg´ ich die Namen, die ich mir erhoffe ? auch einmal zu finden

W a s  w e i ß  d e n n  i c h von meinen zukünftigen Häutungen ?

oder ob diese mich einmal mit dem Anfang verbinden

                        und mein Saug-Urling erreichen ?

Warum strebt in mir mein geblendetes Menschenkind~

nach verewigter Zeit ? sobald ein Abschied beginnt

zieh´ ich die Spuren der Zeiger wie kreisrunde Zeichen

 

Die Nächte brennen mir Träume unter die Lider

und ziehen in Faltenschüben das Blut aus meinem Gehirn

Nichts wird mir bleiben als das Brechen gealterter Glieder,

wenn sich erst pulsierend Gedanken im Gleichklang verirrn,

                                                 die durch meine Herzmuskeln wehen

Warum klingen die Tage ohne mich - ...auch ?

Blutgold-belaubt vom Kranzkraut im schwefligen Rauch

verkünden bald Brände flüchtige Farben, die sich mit mir zum Asch´-Staub verdrehen

 

E s  i s t  j a  k e i n  M o r d, wenn ich für immer verschwinde

Ich geh nur durch Wände und häute die entblätterten Schichten~

meiner vergangenen Verschalung, aus der ich~mich entbinde

hin - zum Mörtel der Mauern, die mich nun verdichten,

                               die ihre Netze gesponnen

zu farblosem Gefieder, das sich dem Leuchten versagt

Vielleicht halten mich Weben ? ...und der Tag wird vertagt

Vielleicht lichten sich Töne ? die die Mauern versonnen

Vogelzüge

 

Ankündigung: Vogelzüge im Norden - ein neuer Audio-Text von Jacques Dulon, demnächst an dieser Stelle

Krähengesang

(Inspiriert durch Andy Hertz)

 

Hände am Himmel malten ein Blau

aus Licht von der Sonne

aus den Farben mit Grau

und aus dem Lachen der Falten

in deinem Gesicht…

Mit meinen Händen am Himmel

zeichnete ich dich

 

Augen im Gras grüßten ein Grün

im Regen aus Tropfen

aus Blumen, die blüh´n

aus dem Wehen des Windes

in deinen Haaren

als meine Augen im Gras

Regentropfen waren

 

Ohren auf Mauern am vergitterten Tor

hörten dein Rufen

deine Lieder im Chor

deine Gedichte mit Versen

aus einer anderen Welt

hinter der Mauer

die mir den Zutritt verstellt

 

Dürstende Lippen nach Liebe und Lust

die dich buchstabierten

die deinen Namen gewusst

ihn suchten am Himmel

wie die schwärzesten Krähen

die noch heute von Händen

hoch am Himmel erzählen

Verspielte Liebe

Warten - Frederikshavn (Vendsyssel-Thy) I Jacques Dulon www.jacquesdulon.com/photo-of-the-month
Warten - Frederikshavn (Vendsyssel-Thy) I Jacques Dulon www.jacquesdulon.com/photo-of-the-month

Liebe am Morgen

Foto: ERSTE LIEBE, Saverne (Women in Art: Saverne | Jacques Dulon)

 

von Parkbänken...

 

 

(zwei Regen)

 

Spür´ wie zwei Regen

mich überziehen

zwei bittersüße

Melancholien 

 

 

Melancholien neuer Audio-Text

Foto: Leipzig (Dulon)

Sonnet about a Poet

(inspired by Iryna Sorokovska)

 

Seemingly fingers dig lines on my face

not knowing about yesterday´s sorrow

and the upcoming grief for tomorrow

so – whatever they do: It isn´t my case

 

I saw this carved masquerade in broken windows

asking myself – is it me? - or someone nearby ?

The wrinkles gave answer or at least they try

to sketch the secrets of life - I won´t show

 

Intoxicated by the blood of a poet

I found some words perhaps close to the truth

and forced myself to pretend: I know it

 

but I couldn´t catch never the wisdom I´ve used

Only the last one remains untouchable save

`cause it has started already digging my face   

 

 

Gesichter eines Dichters

der Versuch einer „sehr freien“ Nachdichtung von meinem Text „Sonnet about a Poet“

 

Anscheinend graben Finger Falten in mein Gesicht

die nichts von mir wissen - von meinen gestrigen Sorgen

und meiner zukünftigen Trauer - vielleicht schon von morgen

Was immer diese Linien bedeuten - sie kennen mich nicht

 

Ich sah dies Gesicht in den Gläsern zerbrochener Scheiben

und konnt´ nicht verstehen, wen ich dort sah

mich selbst ?- oder nur einen Menschen, der mir ähnlich war

und den anderen täuschte ? – Oder war ich keiner von beiden?

 

Das Blut eines Dichters berauschte das Denken

meiner wortreichen Seele aus fremden Gefühlen

die mir bis heute – die schönsten Verse schenken

 

Ich schrieb´ sie ohne zu wissen - zwischen den Stühlen

frei von Erfahrung, ohne Verstand, und weiß nur zu sagen,

dass unsichtbare Finger – Linien in meine Gesichter graben 

 

 

Brandgeruch

(Inspiriert durch „A une passante“ von Charles Baudelaire)

 

Betäubt von der Straße, von ihrem Gebrüll

seh´ ich im Nebel zwei Beine flanieren

die an mir vorbei durch den Morgen spazieren

hin - zu den Reklamen für den zukünftigen Müll

 

Diese Beine wurden ganz sicher Statuen entrissen

der Venus vielleicht - oder der Pallas Athene

Nicht passend dazu - die kommende Szene:

Wie Bettler - ganz ungeniert - in den Rinnstein pissen

 

Ich blicke in das Gesicht dieser griechischen Frau

und weiß sogleich, warum ich sie kannte

Doch wer zu viel weiß, der wird nicht mehr schlau

 

und sieht in Gedanken, dass selbst Troja brannte

Drum schließ´ ich die Augen, um sie zu vergessen...

Ich hab´ doch im Grunde – auch ganz andre Interessen! 

 

 

Lustige Leichen

(inspiriert durch Susi Kaffka)

 

Letzte Nacht hast du mir alle Scherze zerbrochen

in kryptische Teile! Doch ich habe sie wieder zusammengeklebt,

mit Frischluft beatmet (sie haben etwas stark nach Friedhof gerochen)

und sie anschließend erfolgreich wiederbelebt

 

Könnte ich mir jetzt noch einen neuen Humor besorgen...

Meinen alten hattest du zwischen die Todesanzeigen gelegt

um ihn im Container für Wertstoff-Leichen zu entsorgen

- weil ihn, wie du meintest, sowieso keiner versteht -

 

Ja, dann hätte ich es – wirklich faustdick hinter den Ohren

Wäre ein gar lustiger Schalk, der fröhlich seine Bierrunden zieht

Dann klänge ich nicht so vereinsamt, hilflos und verloren

 

als ob neben mir eine weitere Leiche auf dem Totenbett liegt...

Ich würde sogar - mit dir gemeinsam – nur kurz zum Schmunzeln

in den Keller gehen, ganz leise - und – natürlich im Dunkeln 

 

 

Ankündigung: Versuche über Carlos Gardel - ein neuer Audio-Text von Jacques Dulon, demnächst an dieser Stelle

LICHT - Bingen (Dulon)
LICHT - Bingen (Dulon)

Foto: DANACH, Porto de Mós (Dulon)

ohne Worte (Hunsrück) - Dulon
ohne Worte (Hunsrück) - Dulon

 

 

Krieg und andere Grausamkeiten (Texte gegen die Barbarei)

 

STIMMEN DER FRAUEN VOR TROJA 

-eine musikalische Klang-Collage für 12 Frauenstimmen- 

(inspiriert durch Andreas Oltzen)

 

Penthesileia

 

Das Wort für die Götter

ist Opfer, Gebet

Es singt diesen Männer

was ein Mann nur versteht

 

Mein Lied singt mein Bogen

mit der Sehne - gespannt

das Wort für die Frauen

das kein Mann je verstand

 

Das Wort für die Klagen

für ihr Weh und ihr Leid

Was soll ich noch sagen?

 

Wer hört? Und wer schreit?

Wird das Wort meiner Stimmen

Ilions Mauern durchdringen...?

 

 

Kassandra

 

Eine trojanische Prinzessin

als hellenische Hetäre…

Werde ich morgen Medea sein

und meine Kinder morden ? - Die,

die ich dem Agamemnon geschenkt

 

Wenn i c h es nicht weiß

Wer dann?

 

Danaer, fürchtet die Seherin,

wenn sie Geschenke bringt.

 

 

Helena

 

Ich traf dich,

als du in mir die Liebe sahst,

die Aphrodite deiner Jugend.

Du machtest mich zur Treue,

zu deiner – Penelope

 

Die Kinder, die

ich dir gebar,

verhüllten

meinen wahren Namen

vor deinem Blick

 

Darum -

und um unserer Liebe willen

floh ich bis nach Troja

und schrieb ihn

auf die Mauern jener Stadt

 

Doch du, Menelaos,

hast sie einfach niedergebrannt

 

 

Penelope

 

Wägen wir es ab, Sohn des Laërtes:

Die Zeit meiner Jugend, die ich verwartet

Der Kummer einer liebenden Frau

Telemachs vergebliches Hoffen

auf einen Vater, der nie kam

und nie da war, wenn er ihn brauchte.

Die Bauern von Ithaka,

die lernen mussten,

schutzlos und ohne ihren Herrn

zu überleben…

 

Wägen wir es ab,

gegen deinen listigen Geist,

der wohl weiß

die andere Waagschale

mit gewichtigen Worten

zu füllen

 

 

Iphigenie

 

Für Zephyros! mein Vater

Nur für Zephyros, den West-Wind….

und für eine Frau, mein Vater, Menelaos´ Frau

opfertest du mich,

deine Tochter

 

Doch der Tod ist ein Händler

Er gibt und er nimmt

So wirst auch du sterben, mein Vater – unbeweint

nur für einen Wind,

der dich nun nach Hause bringt

 

 

Klytaimnestra

 

Von deinem Vater

trugst du

zukünftige Schuld

die unser Sohn

nun erben wird

 

In unseren Kindern

lebte nur

vergangenes Leben

Mit deiner Tochter,

Agamemnon,

 

starbst auch du

 

 

Chryseïs

 

Nur vor dem Wort der Götter

verneigt sich ein mächtiger Mann

der nichts mehr fürchtet,

der alles besitzt

und doch nicht

verlieren darf.

 

 

Elektra

 

Vom Glück der Götter verlassen

Unberührt von ihrem Verlangen

nach Opfer und Rache

 

Den Menschen entfremdet

den Toten (noch) nicht nah genug

um wirklich zu trauern

 

Nicht Geliebte der Anderen

Nicht Liebende mehr

mit zu viel Sehnsucht im Herzen

 

bleibt mir für mein Leben

im Zwischenreich

nur der Platz an den Gräbern

 

 

Briseïs

 

Der Mörder des Vaters

und meiner Brüder

zog mich lüstern

auf sein Liebesbett

und verlor mich doch gleich

durch ein noch mächtigeres Wort

 

Nicht das Werben

der schönsten Versprechen

Konnt´ mich betören...

Durch mein Schweigen

wollt ich beschreien

den grausamen Mord

 

 

Ilione

 

Dem von den Göttern

gewobenen Schicksal

wird niemand entweichen

 

Ich habe den Blinden geblendet

den Falschen versteckt

dass er vollendet

 

wenn er die Wahrheit entdeckt

mit blutiger Tat

das, was er zu vollenden hat

 

  

Andromache

 

Sie warfen mein Kind

vor meinen Augen

von Ilions höchster Mauer

 

und banden mich

an das fremde Lager

zum Liebesdienst

 

für den Sohn

des Mörders

meines Mannes

 

Ich habe ihn überlebt

und singe nun

meine Totenklage

 

mit dem Hass der Frauen

und im Chor

ihrer Stimmen

 

 

Hekabe

 

Meine Söhne gemeuchelt

meine Töchter verhurt

aus Liebe geheuchelt

verlogen mein Schwur

 

um sie weiter zu tragen

(nicht weg zu schauen)

diese ewigen Klagen

trojanischer Frauen

 

damit die Zukünftigen

dann trauern –

im Zorn, und

vor ihren Gefängnismauern 

 

 

Unpassende Fragen

 

Ist Verbrechen als Rache für Verbrechen kein Verbrechen?

Ist Leid durch Rache für Leid kein Leid?

Ist Folter als Rache für Folter keine Folter?

Ist Mord als Rache für Mord kein Mord?

Ist Rache als Rache für Rache keine Rache?

 

Ist Zerstörung als Rache für Zerstörung keine Zerstörung?

Ist Hunger durch Rache für Hunger kein Hunger?

Ist Krieg als Rache für Krieg kein Krieg?

Ist Terror als Rache für Terror kein Terror?

Wird Rache als Rache für Rache zum Recht?

  

 

weitsichtig

(aus: Religionen der Liebe)

 

Die Zeichner,

Die den Kopf des Propheten

Mit einer Bombe entstellten,

erzürnten

seine Anhänger,

die, um ihn zu ehren,

Bomben auf Botschaften

Und Menschen warfen

Und so

Die prophetische Weitsicht

Der Zeichner

Doch noch

Bestätigten

 

 

SPIEGELWELTEN 2, Berlin - www.jacquesdulon.com/berlin
SPIEGELWELTEN 2, Berlin - www.jacquesdulon.com/berlin

 

 

Der schlimme Mann

(ein Stück für Chor, Schlagzeug und Orchester)

 

I

Der schlimme Mann aus Moskau

will nun neue Grenzen ziehen

und Menschen müssen wieder

über Grenzen fliehen

Drum hat er diesmal

rückwärts an der Zeit gedreht

bis nach seinen Uhren - hier

ein neuer Krieg entsteht

 

Wie Ivan Grozny, Josef Stalin

ist er ein kranker Tyrannen-Sohn

und stürzt sein Reich - was kümmert´s ihn

von einer großen Kulturnation

immer weiter in die Barbarei

bis nach Kiew, Charkiw und Odessa

wo das Leid aus seiner Tyrannei

füttert - nimmersatte Menschenfresser

 

Wo Lustgewinn, wie Liebesrauschen

nach Raketen klingen,

wo sich die Töne dann vertauschen

zu Klageliedern, die wir singen,

da spielt er Schach mit den Figuren

in denen er sich selber sieht,

Caesar, Zar – die blut´gen Spuren

die er fahrig übers Schachbrett zieht

 

Der schlimme Mann aus Moskau

will nun neue Grenzen ziehen

und Menschen müssen wieder

über Grenzen fliehen

Drum hat er diesmal

rückwärts an der Zeit gedreht

bis nach seinen Uhren - hier

ein neuer Krieg entsteht

 

Er strauchelt schon – man kann es ahnen

weil Hochmut stets den Fall erzeugt

Nur Speichellecker halten ängstlich ihre Fahnen

in den Wind, der ihr eigenes Rückgrat beugt.

Die Karten sind verteilt und wohl auch gezinkt

bis zu seinem allerletzten Blanko-Blatt.

Selbst wenn er - auch jetzt noch - neue Trümpfe bringt,

steht der schlimmer Mann schon längst im Schach und Matt.

 

Ob Figurenschieben oder Kartenspiel,

ob Seiltänzer über einem Glut-Vulkan...

der schlimme Mann kennt nur sein eigenes Ziel

und lebt nur noch in seinem eigenen Wahn

Er hebt den Vorhang, spielt auf Bühnen

und weiß nicht wie die Stücke sind

Er spielt auf Sieg – um sich zu rühmen

bevor das Endspiel dann beginnt

 

Der schlimme Mann aus Moskau

will nun neue Grenzen ziehen

und Menschen müssen wieder

über Grenzen fliehen

Drum hat er diesmal

rückwärts an der Zeit gedreht

bis nach seinen Uhren - hier

ein neuer Krieg entsteht

 

II DER BOXER (Schluss)

Das Leid der Menschen ist nun unverstellt,

so nackt und grell wie ihre Sehnsucht

scheint - nach Freiheit, die sie am Leben hält,

zwischen Kämpfen, Bleiben und der Flucht!

Ein Boxer ist´s, der nicht vorm Kämpfen flieht

Verzweifelt wirft er seinen Faustschuh fort,

nur um zu bleiben, denn dort wo sein Kampfkleid liegt

ist sein Heimatort ...

Foto (oben): ohne Worte - Lübeck, Jacques Dulon

Foto (unten): ohne Worte - Wroclaw, Jacques Dulon

Textinspiration zu "Mein sprachloses NEIN": Der Briefwechsel von Antje Vollmer und Reinhard Mey

Ein Jahr

 

Sie sagen mir, sie bräuchten Waffen,

jetzt - und für den Winter,

den man durch seine Kälte spürt,

im Blut – zuerst! Denn dort beginnt er...

Ist dies der Weg, der hier zum Frieden führt?

 

Sie sagen mir, der Feind käm´ näher...

Doch der Feind der Menschen ist der Tod

Dieser Frühling zeigt sein Angst-Gesicht

wenn er als Krieg – durch unsre Adern tobt

Einen Weg zum Frieden zeigt er nicht

 

Sie sagen mir, der Überfall war ein Verbrechen

Die fremde Schuld wird hoch taxiert

Der Sommer frisst - wie Bomben heute fressen

den Staub, der fortwährend weiter explodiert...

Doch - der Weg zum Frieden wird vergessen

 

Sie sagen mir, ihr Sieg sei nun gewiss

mit dem der Herbst die Tage krönt

Ich seh´ den Schlamm an ihren Schuhn

und das Blut, das immer weiter strömt..

Zeigt es den Weg zum Frieden nun?

 

Sie sagen mir, sie bräuchten neue Waffen

Der Winter hätte schon begonnen

und noch nicht alle Städte wär´n befreit...

Ein Krieg ist für diese Menschen erst gewonnen

wenn er den Weg zum Frieden zeigt

Der Krieg verharrt in der Todeszone (neuer Text)

 

Die Propheten des Sieges sind verstummt

wie auch die Orakel der Niederlage

Der Krieg verharrt in der Todeszone

 

Der Aggressor darf den Krieg nicht gewinnen

aber auch der Überfallene kann keinen Sieg erringen

Der Krieg verharrt in der Todeszone

 

Die Einen belügen das eigene Volk, um es zu verdummen

Die Anderen glauben ihren Lügen vom bevorstehenden Sieg

Der Krieg verharrt in der Todeszone

 

Ein Dorf wird befreit, ich seh´ nur die Ruinen der Häuser

Ein anderes verteidigt! Die Bewohner sind tot oder geflohen

Der Krieg verharrt in der Todeszone

 

Es heißt, die Kinder leiden am meisten unter den Folgen des Krieges

Eine alte Frau weigert sich, ihr zerstörtes Haus zu verlassen

Es liegt zentral in der Todeszone

 

Es gibt dort kein Leben, das überdauert

Es gibt dort nur ein sinnloses Sterben für ein sinnstiftendes Ideal

… doch dem Tod, dem ist das völlig egal

Souls to Carry (ein Chanson)

Inspirationsquelle: Der Roman von Assia Djebar: Oran – Algerische Nacht

 

One by one we have to bury

In the middle of the cemetery

The King of Jokes who failed to laugh

About his selfish wife in town

The sandman who believed above

Is no one else but a foolish clown

The tiny corps of a street bound child

Who found a least a place to sleep

And the soldier who became a mild

And faithful priest for harmless sheep

 

Let me be alone till dawn breaks through

With all the souls - they can’t die soon

But those in charge who might be true

Should guide them all to a brighter room

 

One by one we have to bury

In the middle of the cemetery

The midwife widow who pretend to stay

By every woman with her firstborn twin

The prostituted Queen on her judgement day

Glorified for her fleshless sin

And the pilot who was reckless, rude

To touch the sky of his universe

The unarmed woman in her last dispute

with God - about those pains - when she gave birth

 

Let me be alone till dawn breaks through

With all the souls - they can’t die soon

But those in charge who might be true

Should guide them all to a brighter room

 

One by one we have to bury

In the middle of the cemetery

The prophet who refused to talk

Condemned by folks as devilled witch

The blind man on his winding walk

Who never crossed a river-bridge

The naked poet who sang his song

About those souls he has to carry

And the dancer who stayed much too long

Next to the girls he all named Mary

 

Let me be alone till dawn breaks through

With all the souls - they can’t die soon

But those in charge who might be true

Should guide them all to a brighter room

Straßen und Wege

STRASSE UND LICHT, Lübeck (Dulon), www.jacquesdulon.com/luebeck
STRASSE UND LICHT, Lübeck (Dulon), www.jacquesdulon.com/luebeck

John, Hello I´m In There (Arbeitsfassung)

Foto: BLÜHENDE BÄUME, Berlin (Jacques Dulon)

 

John – Hello I´m in there (Pflastertreter-Ballade)

(eine Verbeugung vor John Prine und seinem Lied “Hello in there” Bing-Video)

 

Du bist wie ein gutes – warmes Gewitter

Danach ist die Luft - so erfrischend und rein

erloschen das Feuer, verzogen der Rauch

riecht es nach Fernweh – nach vernebeltem Regen.

Deine Stimme, gebrochen - bleibt mir als Splitter

als klänge sie zärtlich - wie ein Lied von John Prine

 

Du lachst über mich - mit deinen Tränen der Trauer

Du kannst dich selbst - aus deinen Sorgen befrein.

Zwischen den Mienen - sieht man nun auch

wie sich deine Jahre – um die Mundwinkel legen

Was bleibt, ist für dich – wohl von vergänglicher Dauer

so als hörtest du in dir - ein Lied von John Prine

 

Wer dich kennt, wirkt verloren - und ist auch verlassen

Wer dich lässt, bleibt für sich - und immer allein

Was du lebst, ist die Stille, du setzt mir ein Zeichen

für meinen Wunsch – Wünsche zu raten

die dich geformt , um das zu erfassen

was in dir gebrochen – noch klingt wie John Prine

 

Wer dich hört, der fühlt sich - auf einmal geborgen

Wenn du schweigst, wird alles - so unendlich klein

Man glaubt, man könne - dich niemals erreichen

ist verdammt in den Straßen - sinnlos zu Warten:

auf das was da kommt, an nicht endenden Sorgen...

doch dann erklingt dieses Lied – mit der Stimme von Prine

 

Auch du kannst mich manchmal – noch immer nicht hören

Auch ich muss manchmal - viel kräftiger schrein

Für mich, um die Lunge - stärker zu stärken

für dich, um auch mal - kleine Spuren zu sehen

Ich lebte mein Leben, um die Stille zu stören

nun erlausch´ ich in mir - ein Lied von John Prine

 

Hello, my dear Johnny, - für Sekunden gefangen

Werd´ ich einmal wirklich – wieder glücklicher sein ?

Du weißt, ich kann – mir keine Antworten merken

und deine ließen sich endlos verdrehen

Im Leben gestrandet - zwischen Fühlern und Zangen

klingt in mir ein Lied - mit der Stimme von Prine

 

Was leicht scheint, lag oft - mir direkt vor den Füßen

Doch will ich es heben, wird´s hässlich und schwer

Du liefst mit den Flügeln - auf zu schnellen Wegen

und ich lauf noch immer - mir selbst hinterher

Lass mich dich - aus Fernen - in Freundschaft - jetzt grüßen

Hello John, I´m in there

 

Ich bin dieser Typ, der strauchelt, mal hinkt

um sich bei den Tafeln - in die Schlangen zu reihn

Wer wird denn für mich - die Regale belegen

sie sind wie mein Magen – vollständig leer

dann denk ich an Lieder, und wer sie mir singt:

...John Prine!

Rückblicke, Einsichten und Dank

Eure Audio-Favoriten unter den Dulon-(Audio)-Texten

 

Gesamter Zeitraum  1. Der schlimme Mann (Musik: Reiner Schubert) *

                   2. Mondschattenbilder *

                   3. Mein Liebeslied für Dich (Musik: Reiner Schubert) *

                   4. Selbstbetrug (Diese ewige Sucht nach dem Anderssein) *

                   5Ballade vom Wein in Aveiro *   

                   6Dieser seltsame Reiter (Der Sohn I) 

                   7Als wir uns trafen (Eine Nacht in La Paz) *

                   7. Vollmond (Eine alte Liebe) ~

                   9. Auf den Adel kommt es an (Ein Gartenzwerg-Epos) * 

                   10. Tajuras Lied *

                   11. Laotses Befragung * 

                   11. Schatten auf Wände (interpretiert von Marie von Kuck)

                   13. Hey Jim (Sunset over Zanzibar) *

                   14. Im Schatten junger Frauenblüte (oder Der Maler) (Musik: Reiner Schubert) *

                   14. Geheimnisse (Dein Kaffee, deine Croissants und Warum ich dich liebe)

                   16. Linda (Musik: Nicholas McDonald) *

                   16. Im Turm der Dichter

                   16. Geheimnis vom Fliegen ~                 

                   19. Schmutz an den Schuhen regennasser Straßen (Der Sohn II) *

                   19Klobrille ~ 

                   19Letzte Nacht vor meiner Kneipe (Ein psychopathologischer Alptraum über... ) ~  

 

 

 

2021                 1. Mein Liebeslied für Dich (Musik: Reiner Schubert) *

                     2. Dieser seltsame Reiter (Der Sohn I) *

                     3. Linda (Musik: Nicholas McDonald) *

 

2022                 1. Der schlimme Mann (Musik: Reiner Schubert) *

                     2. Mondschattenbilder *

                     3. Selbstbetrug (Diese ewige Sucht nach dem Anderssein) *

 

2023                  

                     1. Schatten auf Wände (interpretiert von Marie von Kuck)

                     2. Geheimnisse (Dein Kaffee, deine Croissants und Warum ich dich liebe)

                     3. Mit der Zeit  

                     3Mein sprachloses Nein

                     3. In meinen Straßen (Gegend namens Glück)

                     3. Baluto

                                                                                                         

 

Oktober 2021            1. Dieser seltsame Reiter (Der Sohn I) * 

November 2021           1. Mein Liebeslied für Dich (Musik: Reiner Schubert) *

Dezember 2021           1. Als wir uns trafen (Eine Nacht in La Paz) * 

Januar 2022             1. Die Poeten *

Februar 2022            1. Mein Liebeslied für Dich (Musik: Reiner Schubert) *

März 2022               1. Der schlimme Mann (Musik: Reiner Schubert) *

April 2022              1. Hey Jim (Sunset over Zanzibar) *

Mai 2022                1. Der schlimme Mann (Musik: Reiner Schubert) *

Juni 2022               1. Tajuras Lied *

Juli 2022               1. Selbstbetrug (Diese ewige Sucht nach dem Anderssein) *

August 2022             1. Selbstbetrug (Diese ewige Sucht nach dem Anderssein) *

September 2022          1Mondschattenbilder *

Oktober 2022            1. Ballade vom Wein in Aveiro *

November 2022           1. Ballade vom Wein in Aveiro *

Dezember 2022           1. Geheimnis vom Fliegen  ~

Januar 2023             1. Im Turm der Dichter

Februar 2023            1. Im Turm der Dichter

März 2023               1. In meinen Straßen (Gegend namens Glück) // Ja, so ist sie // Mit der Zeit

April 2023              1. Geheimnisse (Dein Kaffee, deine Croissants und warum ich dich liebe)

Mai 2023                1. Kurze Zeiten der Liebe

Juni 2023               1. Der Wikinger

Juli 2023               1. Ganz in deiner Nähe (Eine Frau unterwegs) (Nachdichtung von "A solo un paso de aqui", Cecilia Puebla) 

August 2023             1. Sizilianische Wanderungen

September 2023          1. Schatten auf Wände (interpretiert von Marie von Kuck)

Oktober 2023            1. Verspielte Liebe

November 2023           1. Scherben und Kreise (bis an den Rand) 

 

* Audio-Texte nicht mehr auf dieser Seite, ~ to say goodbye.

Ankündigung: Einstein oder Seit geraumer Zeit - ein neuer Audio-Text von Jacques Dulon, demnächst an dieser Stelle

 

 

 

Traumpfade

 

Ankündigung: Der Weg meiner Liebe - ein neuer Audio-Text von Jacques Dulon, demnächst an dieser Stelle

 

Sizilianische Wanderungen

(nach Motiven aus dem Gedicht „L'après midi d’un Faune“ von Stéphane Mallarmé)

 

(Prolog)

Beim Wandern am Etna überkam mich der mittägliche Schlaf

als ich mich - erschöpft unter Rosen – in den Schatten legte

Ich träumte einen langen, erotischen Traum – so dass die Erde erbebte,

Risse bekam, sich auftat und mich in ihre Felsspalten warf

 

Ich fiel – oder war es ein Schweben durch paradiesische Zonen? -

Bis ich schließlich erwachte - auf einer Wiese im Wald

von Kiefern umgeben, schon knorrig und - urzeitlich alt

Dazwischen tanzten Najaden, die seit ewigen Zeiten an Seeufern wohnen

 

Sie sangen und spielten auf seltsamen Flöten

Melodien nie zuvor gehörter Lieder - vom waldbeherrschenden Pan

Tanzten dabei mit ihren nackten Gliedern - ganz ohne Scham, ohne zu erröten

 

als sie mich ausgestreckt im Gras liegen sahen

Doch schon beim nächsten Ton - waren sie ganz plötzlich verschwunden

Da - wo sie eben noch tanzten, hab´ ich nur - ihre Flöte gefunden…

 

I (Verwandlung des Wanderers, Erwachen als Pan)

...all diese Nymphen! Ich möchte sie in mir bewahren

Ihr Licht mit Stoff bekörpern, bis die Luft dann schwingend tanzt

Will ich hin zu ihnen - durch die dunstigen Zonen meiner Träume fahren

Ganz!

 

Haben sie mich nur im Schlaf verlacht?

Meine Zweifel durchdringen die inneren Schichten auf der anderen Seite der Nacht

und erblicken in den feinen Ästen, die mir als Zeichen bleiben

hölzerne Fasern, die sich immer feiner verzweigen

Für meinen Mut – damit ich es wage, auf Rosen zu wachen

 

Überall dort, wo in mir noch die Stimmen der Nymphen lachen -

Da explodieren meine überspannten Sinne zu einem fehlgeleiteten Scherz

und meine Sehnsucht, die schon meine erwachenden Augen schmerzt,

bilden so keusch - die Quelle meiner zukünftigen Taten und Sorgen

wo die klarsten Wasser noch warten - in den dunkelsten Tiefen verborgen

 

Ich will die warme Sommerluft abstreifen, die sich in meinem weichen Fell verfängt,

mich bewegungslos, apathisch hält, mich ermattet und mich zur Ohnmacht drängt

und immer wieder zu ersticken sucht.

                        – Dann denk´ich an die Strahlen einer neu erwachenden Morgenröte

die vom Plätschern des Baches begleitet – zu den Tönen meiner frisch geschnittenen Flöte

den Wald mit Akkorden bestreut

und mich mit Melodien erfreut…

 

II (Erste Erinnerungsbilder – Überkommende Wollust)

Doch nun hat sich der trockene Regen in meinem Instrument verfangen und alle Wolken gedreht

bis zum Horizont - ohne dass sich noch ein Blatt an den Zweigen bewegt

Nur unsichtbar und künstlich leise höre ich durch meinen Wald weiter die Töne einer Flöte ziehen

Zarte Gesänge längst vergessener Melodien:

Die von den Sumpfgräsern erzählen - an einsamen sizilianischen Küsten

als ob sie etwas von dem leicht übersättigten Dunstlicht wüssten,

das stillschweigend von funkelnden Blumen am Meer erzählt

- und wie ich das Schilfrohr für meine Flöte gewählt

- und ich für die glasige Ferne der Felder den Goldstaub fand

- und ihn mit dem Grün der Reben am Brunnen verband

- und wie ein ruhendes, weißes Tier als Welle auf dem Flusswasser lag

- und mir zur Geburt meiner Flöte seine Melodien übergab

- Waren es Schwäne? Sie glichen den nackten Najaden

- Tauchten und zeigten sich mir - verlockend beim Baden...

Stilles Verlangen fiebert wie wild und zeichnet die Stunde

ohne zu benennen, die klaffende -niemals ganz heilende- Wunde,

die ich verfluche

 

Allein mit den Wünschen, für die dringendste Suche

brennt in mir Blut, das ein Feuer entfacht

mit uraltem Schein – im keg´ligen Schacht

Steh´ ich aufrecht, um euch wortreich zu bitten

für einen nichtssagenden Kuss auf stöhnenden Lippen

die jedem Treulosen erklären, was Treue wohl ist

Auf meiner Brust bluten Beweise für einen zu tiefen Biss

Geheimnisvolles Zeichen von einem scharfen Zahn

doch noch geheimnisvoller - ist eure Macht - über meinen Wahn

Eure Zartheit unter den azurblauen Dächern des inneren Glücks

Zwischen den Schenkeln mit den flink springenden Zungen - und wieder zurück

Träume ich weiter, wiederhole das Spiel

der Schönheit zum Trost, der Lust - zum göttlichsten Ziel

Gefälscht sind die Schwüre der leichtgläubigen Lieder

Ich moduliere sie neu und singe sie wieder

Zwischen meinen Träumen der Ohnmacht, auf verbotenen Wegen

will sich mein Blick mit geschlossenen Lidern - auf eure Körper legen

Dort spür´ ich die Linien meines eitlen Verlangens

 

III (die Najade Syrinx)

Ich erspähe die Syrinx, doch groß ist mein Bangen

Denn jungfräuliche Najaden warten doch nur - um göttlich weiterzublühen

bereit für die Flucht! - Wird sie auch vor mir durch ihre Schilfgräser fliehen?

und wie auf alten Gemälden ihren Gürtel ablegen?

im Schatten des Waldes auf ihren ureigenen Wegen

Ich saugte die Trauben der verwegensten Träume

zurück bleiben nur Bilder im Schatten der Bäume

bei verblassenden Sternen...

               - Ich betrachte das helle Sommerzelt

und verwarte die Zeit, bis mich die Nacht überfällt

 

Betrunken vor Glück, werd´ ich mich an ihrem Leuchten berauschen

Und den Melodien ihres Körpers in meiner Flöte lauschen

- Mein flehendes Auge sucht dich im Schilf, (wo du an mich denkst)

- und unter dem Wasser, in dem du dein Glühen ertränkst

- mit einem Schrei, wohl zwischen Wollust und Stöhnen

- Der mächtige Wald - erwidert ein Echo, um mich zu verhöhnen

- Ich steh schon mit Füßen in deinem gräsernen Reich,

- das mit den schwimmenden Haaren den Gräbern ertrunkener Najaden gleicht

- So hab ich verletzt - deinen Willen, wie meine Füße es zeigen

- Dein Schilfrohr gebrochen, achtlos zertreten! - Musstest du leiden?

- War meine Eile zu groß, um dich zu entblättern?

- Hat meine Hand dich gehalten - nur um dich zu zerschmettern?

- Mit roher Gewalt, von der die Rosen nun singen

- wenn ihre Dornen wie Dolche, dir bis in deine Herzbahnen dringen

 

Ich bete dich an und bitt´ um Verzeihung

An deinen Körper gefesselt – suchtest du die Befreiung

gemäß deinem Schwur, den du der Artemis gabst

Ich wollte dich halten - als du in meinen Armen lagst

So göttlich dein Wollen, so menschlich mein Plan:

Versagten wir beide - und leiden daran

 

Wütende Tränen treiben den Nebel über silbrige Seen

- Stehst du an den Ufern, dann lausche den Feen

- Sie singen noch immer das traurige Lied

- Von der gebrochenen Flöte, (das durch meine Baumkronen zieht)

- Vom Scheitern der Menschen auf dem göttlichen Pfad

- Wo sich göttliche Schönheit mit menschlicher paart

- entsteht eine Hölle, in der keiner regiert

- keiner gewinnt und in der jeder - alles verliert

- Die Nymphen am See gedenken der Frauen

- die seit uralten Zeiten den Göttern vertrauen

- Und ich denke an dich und verfluch´ das Gesetz

- das mit göttlicher Allmacht die Menschen verletzt

 

IV (Ernüchterung und neue Pläne – Etna, Hephaistos´ Tochter)

Schade um uns – doch ich werd´ mich verlieben

wieder und wieder werd´ ich zu dem, - der in mir geblieben

ist - und nun überall lebt: Im Wald, an den Küsten und auch in den Sümpfen

Dort warten auf mich noch fremdere Früchte als die der göttlichen Nymphen

denn mein Blut wählt die Bahnen nach seinem eigenen Willen

und muss sein Verlangen - durch mich - an der Schönheit stillen

Ist sie eine Göttin? - Wird sie mir verzeihen!

Dann bin ich ihr Apostel, dann kann mich niemand befreien

Gefährtin der Venus, an sizilianischen Küsten

Die Lava fließt stetig, so als ob wir es nicht wüssten

Die Etna besteht nur aus glühender Erde

Sie will, dass ich bin! – Ich will, dass ich werde!

 

(Epilog)

Schwer wiegen die Bilder der sich jagenden Gedanken

Ich liege ermattet - unter blühenden... Blumenranken

in der Mittagshitze - und will nicht mehr büßen

Vor mir das Meer, und unter meinen Füßen
Brodelt die Erde und schenkt mir... sizilianische Trauben,

für den Wein, der mir hilft - an Liebe zu glauben 

 

 

 

 

Im Turm der Dichter

(inspiriert durch das Lied "Tower of Song" von Leonard Cohen)

 

In meinem kleinen Zaubergarten

Wollt´ ich den Turm der Dichter finden

So passierte ich – ohne lang zu warten

die sturmgebeugten alten Linden

bei dem rostig roten Eisenzaun

hinter dem die schmalen Wege bald verschwinden

 

Mein Blick führte mich in langen Kreisen

vorbei an Blumen fern vergangener Zeiten

mit den viel zu dunklen Farben und den weißen

Flecken, die sich wie Nebel überbreiten

zu einem albdruckhaften Traum;

nur – um ein ganzes Leben einzureißen

 

Ich hörte nun die frühen Stimmen wieder

doch nicht der Jugend frisches Singen

Sie grölten lautstark alle meine Verse nieder:

Dein Wort soll nicht nach Engelsliedern klingen!

Solang der Aasgeruch die Erde schwängert

dürfen deine Verse keinen Frieden bringen!

 

Der Turm der Dichter ist Schimäre

Die schönen Stimmen sind Betrug

Hinter jedem Wort gähnt blasse Leere

Dein Schweigen zählt – und ist genug

Und wenn es sich von selbst verlängert

füllst du mit Angst die blinde Wut?

 

Dann singe in diesem Kriegsgeschrei

alle deine schönsten Liebeslieder

Was du weißt und fühlst – ist einerlei

Hast du erst deine Stimme wieder

Singe! – so wie deine Nerven in dir brechen

und reiß zum Turm die Mauer nieder

 

Dring´ ein! - in die finstersten Verliese

Schlag den Vorhang auf, für das neue Tageslicht,

dass es kunstvoll durch die Scheiben fließe

und vor dir dann in Farben bricht

Vielleicht wird in dir eine Stimme sprechen

die mit deiner Zunge fremde Verse spricht...

 

...im Turm der Dichter

NETZE EINHOLEN, Africa, Ghana, Ada-Foah - Jacques Dulon
NETZE EINHOLEN, Africa, Ghana, Ada-Foah - Jacques Dulon

Humor ist, wenn ein Gleichstand gelingt

 

VOR DEM SPRUNG, Women in Art, Lübeck - J. Dulon
VOR DEM SPRUNG, Women in Art, Lübeck - J. Dulon
Leerstellen (Mensch-Technik-Glaube-Freizeit-Natur-Haus) - Dresden, Jacques Dulon
Leerstellen (Mensch-Technik-Glaube-Freizeit-Natur-Haus) - Dresden, Jacques Dulon

die andere Seite vom Neumond

Foto: Togo, Lomé (Jacques Dulon)

Textinspiration, das fast gleichnamige Lied "Ich glaube, so ist sie" von Reinhard Mey

Vier junge Mädchen auf dem Weg zum Märchenprinzen - in Hoorn (Jacques Dulon)
Vier junge Mädchen auf dem Weg zum Märchenprinzen - in Hoorn (Jacques Dulon)

unterwegs

Farben

(eine Oktalogie aus Fragmenten) 

 

Zwischenräume, Zwischenzeiten

Auch mit Dunkelgrau gefüllt

Alle Farben, die als Zeichen

Meine ...

 

Bolivien

Der Illampu scheint ganz nah zwischen Himmel und der Erde

auf dem Chacatalla schneit es nun bei Minus 18 Grad

Die weißen Wolken jagen - ...

 

Deutschland

Die schmalen Gassen hier in Lübeck sind in Regennass getaucht.

Das Backstein-Rot spiegelt - gotisch gleich - fast tausend Jahre wieder

Hier wurd´ jeder Sonnenstrahl ...

 

Tansania

Zwischen Kili und Meru erscheint ein Meer in Nebel-Grün

Nach langem Warten und der Dürre ist die Regenzeit nun da

Im Tal seh ich die Herden der Massai, wie sie ...

 

Indonesien

Die Nacht war nicht zu Ende, doch die Morgennebel umhüllten meinen Lauf

Am Bromo muss ich nicht – wie am Merapi - vor glühend roter Lava ...

 

 

Dänemark

Der Sturm am Abend vor Bornholm lässt Wellenberge hoch entstehen

Es hagelt und der Schnee peitscht mein Gesicht, so dass ich schrei´.

Diese Insel wird ganz sicher ...

 

Bolivien

Viertausend Meter überm Meer scheint die Luft hier schon zu brennen

In den Wüsten der Salare, von Uyuni und Coipasa

Doch die Luft ist dünn, ...

 

Ghana

Wie ein silberblaues Band liegt der Fluss im Abendlicht

Die Inseln in dem Volta-Delta sind wie schwarze Perlen aufgereiht

Am kleinen Strand des Dorfes ...

 

Peru

Der Urwald dampft in dunkelgrün – ich such den Platz, an dem ich mich zur Nachtruhe leg

Die Berge zeigen mir Gesichter, die sich zum Himmel wenden

Doch der Schlaf ...

 

 

MARKTTAG, Ada Foah von Jacques Dulon
MARKTTAG, Ada Foah von Jacques Dulon

Bolivien

Als wir uns trafen **

… in einer Nacht in La Paz

 

Milliarden von Sternen im Fensterglas

Milliarden von Lichtpartikeln aus Staub

Legten sich auf das Großstadt-Gesicht

Brannten wie Kerzen dann nieder

In jener Nacht

Als ich schlaflos am Fenster stand

 

Millionen Steine geschichtet zu Türmen

Millionen Träume verfehlten ein Ziel

Skizzierten das Bild - des

Zukünftigen Morgens

Für jene Nacht

Als eine magische Kraft mich band

 

Tausend Fenster über blauem Asphalt

Tausend Adern durchflossen vom Strom

Lawinenblechartig, ja - woben

Eine Matte aus Licht

Für jene Nacht

Und setzten den Regen in Brand

 

Hundert - wie ich, die am Fenster standen

Hundert schlaflos in Bolivien, La Paz

Miraflores wurde zum Lichtpulsar

Der langsam verglühte

(vor dem Ende der Nacht)

Mit seinen Flecken am äußersten Rand

 

Zehn, die sangen, dass eine Stadt nicht mehr sein kann, als…*

Zehn, die an diese Liebeserklärung auch glaubten

Zu wenige vielleicht

Um das Glück hier zu finden

In diesem nächtlichen,

Parallel-universen Andenland

 

Einer wie ich – hier hoch oben am Fenster

Eine wie du – in den Schluchten, verloren

Durchbrach den Teppich

aus Regen und Licht

am Ende der Nacht

als eine neue Stadt vor meinen Augen erstand

 

Niemand der wusste, warum ich kam und dann blieb

Niemand der ahnte, was ich hier wohl suchte

In jenem Lichtpartikel-Tanz…

Der verglühte mit dem ersten Dämmerlicht

Als ich deine Hand

In der meinen fand

 

 

 

* der Anfang des Liedes von Pablo Milanes „Yolanda“:

Esto no puede ser no mas que una canción

Quisiera fuera una declaración de amor

(Dies ist nicht mehr, als ein Lied

Obwohl ich wünschte, es wäre eine Hymne an die Liebe)

 

** inspiriert von dem Gedicht "Die Stadt" der Lyrikerin Frauke Krieger 

Cuando nos conocimos

...una noche en La Paz

 

Mil millones de estrellas en el vidrio de la ventana

Mil millones de particulas de la tierra

Yacían sobre el gran rostro de la ciudad

ardían como velas hasta el próximo mañana

En aquella noche

Mientras yo desvelado yacía frente a la ventana

 

Millones de piedras estratificadas en torres

Millones de sueños no encontraron un fin

Boceto de cuadro – del

Futuro mañana

por aquella noche

Como una fuerza magica me envolvió

 

Miles de ventanas sobre el asfalto azulado

Miles de venas atravesaron la corriente

Avalanchas de metal, si - tejieron

Un colchon de luz

Por esa noche

Y prendió fuego a la lluvia

 

Cientos como yo, parados frente a la ventana

Cientos de desvelados en Bolivia, La Paz

Miraflores pudo ser un pulsar de luz

De los que lentamente se extinguió

(antes del final de la noche)

Con sus manchas en el borde exterior

 

Diez, cantaban, que una ciudad no puede puede ser, mas que...

Diez, que tambien creyeron en esta declaración de amor

Muy pocos tal vez

Para encontrar aqui la felicidad

en esta noche

En un universo paralelo de los Andes

 

Uno como yo – aqui en un piso alto frente a la ventana

Uno como tú – en los barrancos, perdido

atravesó, el tapiz

de lluvia y luz

al final de la noche

como una nueva ciudad frente a mis ojos se yergue

 

Nadie supo, por qué vine y permanecí

Nadie sabia , lo que yo aqui busqué

En cada danza de particulas de luz -

Se quemó con el primer crepúsculo

Cuando tu mano

Encontré en la mia

 

(Übersetzung: Jenny Santivañez Guillen, La Paz)

 


Ankündigung: Wolkenreiter - ein neuer Audio-Text von Jacques Dulon, demnächst an dieser Stelle 

Ankündigung: Das Wüstentier (Der Sohn V) - ein neuer Audio-Text von Jacques Dulon, demnächst an dieser Stelle

Baluto 

Text-Inspiration durch Cecilia Puebla

Foto: Farbenwelten im Wasserglas (Dulon)

FENSTER IM FENSTER, Lübeck (Jacques Dulon)
FENSTER IM FENSTER, Lübeck (Jacques Dulon)

Manchmal für immer - ein Chanson (neuer Audio-Text)

Foto: Berlin - Dulon

Tschüß und Danke für den Besuch... 

bis zum nächsten Mal vielleicht auch in eurem Theater...?

Dulon liest Dulon (Foto: Andrea Knust)
Dulon liest Dulon (Foto: Andrea Knust)

 

Jahresringe 1978-2023 (alle bisher auf dieser Seite veröffentlichten Dulon-Texte)

 

1978    Manchmal für immer #   

 

1981     Ja, so ist sie

            Kurze Zeiten der Liebe 

 

1985    Der Weg meiner Liebe +

            Ein Mann gibt Auskunft *

 

1986    Einstein oder Seit geraumer Zeit +

 

1987    falscher Anfang *

 

1991     Fragment in Blau *

            Hieße ein Kreis… *

 

1992    Erkennen *

            Fremdes Mein *

            Kein Brief *

 

1993    Zwischen Wänden *

 

1995    All dies geschieht *

 

1997    Unerhörter Weggang *

 

1999    Der anarchistische Dichterfürst *

 

2004  Herzgewalten *

            Verspielte Liebe 

 

2005   Auf der Baustelle *

            Das Albino-Reh*

            Eine Freundin *

            Linda *

            M-Trick *

 

2006   In meinen Straßen (Gegend namens Glück)

            Mehr haben wir nicht (Rue de Madeleine 90) *

            weitsichtig   

 

2008   Farben (eine Oktalogie in Fragmenten)

             Souls to carry 

  

2009   Im Schatten junger Frauenblüte *

 

2010    Hey Jim (Sunset over Zanzibar) *

 

2011     Mit der Zeit

             Wolkenreiter + 

 

2012    Mord am Morgen *

             Vollmond oder Eine alte Liebe ~

 

2014    Mondschattenbilder *

             Next to Arica (I can see your face from here) *

 

2015    Baluto (Ein Liebeslied in einer nicht-existierenden Sprache)  

 

2016    Farewell in Blue (Next to Pilat) *

            Leaving the Table *

            Melancholien  # 

            Vogelzüge im Norden +

 

2017    Ballade vom Wein in Aveiro *

            Der Elch II *

            Gedicht ohne Ziel *

 

2018   Die Nacht vor dem Frühling (DER WANDERER II) *

            Jetzt *

            Snow in the Mountains *

 

2019    Als wir uns trafen (Eine Nacht in La Paz)

            Der Fremde (Wie er war als er ging) *

            Ein Zimmer und zugleich eine Wüste *

            Welches Wort *

 

2020  Dichten erlernen *

            Die Poeten *

            Geheimnis vom Fliegen ~

            Holunder *

            Kann man das Dichten üben? *

            Was wird bleiben (von meiner Dichtung) *

  

2021   Brücken (Zwischen den Seelen) *

            Die Klobrille ~

            Dieser seltsame Reiter (DER SOHN I) *

            Fluchthelfer *

            Halt ein *

            Kronos (Die Zeit der Ruinen) *

            Mein Liebeslied für dich *

            Schmutz an den Schuhen regennasser Straßen (DER SOHN II) *

            Tsunami *

  

2022   24.02.22 *

            Asche wie Schnee *

            Auf den Adel kommt es an (Ein Gartenzwerg-Epos) *

            Bekenntnisse *

            Brücken ohne Ufer *

            Countdown (ins Beschränkte) *

            Das Wüstentier (DER SOHN V) +

            Dein Nicht-Nein *

            Der schlimme Mann

           Der Sohn (Brücken ohne Ufer) (DER SOHN III) *

            Der Wikinger 

            Ganz in deiner Nähe (Ein Frau unterwegs) (Eine Nachdichtung von "A solo un paso de aqui" von Cecilia Puebla) *

            Götterdämmerung *

            Im Turm der Dichter

            Inn *

            Laotses Befragung *

            Letzte Nacht vor meiner Kneipe (Ein psychopathologischer Alptraum über den Sommer 21) ~

            Mathematische Wunder oder Die Zeitgleichung *

            Messer *

            Mögliche Kapitulationen ~

            Selbstbetrug (Diese ewige Sucht nach dem Anderssein) *

            Sinn als Zweck (oder: Ein kleine Exkursion) *

            Tajuras Lied *

            Unfertiges oder Eine Verbeugung vor Ringelnatz *

            Warum Wunden nicht heilen *

            Was zu tun ist *

            Wir (als Verneinung) *

            Wir (in der Vergangenheitsform) *

            Wo dein Sternbild mir leuchtet (DER SOHN IV) *

            Zum Wohle des Kindes *

            Zwei Panzer (vor Kiew) *

 

2023   Als sie... (Zeitratten) *

            An das Leben *

            Bauchgefühle unterm Honigmond (Die Zeit der Schmetterlinge) *

            Bei mäßiger Zielsicht *

            Brandgeruch 

            Der Krieg verharrt in der Todeszone   # 

            Die drei Gesichter (Wachsen, Blühen und Verwelken oder: Ein Lebenslauf) *

            Die Zerbrechlichkeit der Zeit * 

            Ein Jahr

            Es ist ja kein Mord (von Häutungen und Verschalungen)  

            farblos und blind *

            Geheimnisse (Dein Kaffee, deine Croissants und warum ich dich liebe)

            Gesichter eines Dichters 

            John, Hello I´m in there (Pflastertreter-Ballade)  

            Krähengesang 

            Lob der Müßiggangs (Hände im Schoß) *

            Lustige Leichen  

            Mein sprachloses Nein

            Metamorphosen vom NEIN * 

            Ortega oder Palabras urgentes para Nicaragua *

            Schatten auf Wände

            Scherben und Kreise (bis an den Rand)   #        

            Sizilianische Wanderungen  

            So oder so *

            Sonnet about a Poet 

            Stimmen der Frauen vor Troja           

            Trump (or How to finsh Democracy) *

            unpassende Fragen        

            Versuche über Carlos Gardel +

            Vorfreude *

            (zwei Regen) 

 

            (+ in Planung und angekündigt,  # neu, ~ to say goodbye, * nicht mehr auf dieser Seite) 

WEGE - Foto: Marie von Kuck
WEGE - Foto: Marie von Kuck

 

Werkstatt-Report (Neues von Dulon)

 

* Oktober 2023 *

... 

5.  (zwei Regen) (auf dieser Seite) 

6.  Kleiderwechsel als Modenschau (Ein deutscher Lebenslauf)

7.  Unpassende Fragen  (auf dieser Seite) 

8.  Bekenntnisse eines Dichters

9.  Als sie... (Zeitratten) 

10. Scherben und Kreise (bis an den Rand) (auf dieser Seite) 

 

* November 2023 *

1.  Warum ich intellektuell bin

2.  Durch das Jahr (Ein Kinderlied für Senioren)

3.  Küchengespräche

4.  Horen - die beiden Reiterinnen

www.jacquesdulon.com/book-projects
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last update 17.11.2023