Jörn Zacharias

Dicht bei mir. Kamen mir diese Gedichte und Gedanken,

manchmal in der Meditation oder danach.

 

Viele sind in Ruhe entstanden und laden ein, sie in Ruhe zu lesen,

damit sie ihre Bedeutung entfalten können, damit ihr Inhalt spürbar wird.

 

Ich wünsche viel Freude beim Lesen, Spüren und Sein.

 

Die Brücke,

zwischen Dir und mir,

sie ist hier.

Genau hier.

Kannst Du sie sehen?

Kannst Du mich verstehen?

Kann ich über sie

zu Dir gehen?

Um auch Dich

zu sehen,

zu verstehen?

 

Diese Brücke, die entstand,

aus Deiner und aus meiner Hand,

führt uns

in ein gemeinsames Land.

Wo jeder sein darf,

wie er mag.

Wo ich wegen Deinem

nicht verzag.

 

Drum sag,

sag mir,

was in Dir lebt.

Auf der Brücke, 

die zum Teilen strebt.

Wer bin ich ?

 

Ich denke: "Also".

Doch: Wer bin ich?

 

Ein Fisch,

im Schuppenkleid?

 

Ein Reh,

mit Horn geweiht?

 

Eine Maus,

in einer Dose?

 

Ein Affe,

nun aber mal

mit Hose?

 

Aus Bausteinen gebaut,

die auch schon 

alles Andere waren,

kann ich

keinen Namen

für mich sagen.

 

Wer ich bin

auf dieser Erde?

Selbst mein Charakter

ist nur Gebärde.

 

Ich bin Teil,

des ganzen

Arsenals.

Bin verwandt selbst,

bin ein Bruder,

des Wals.

 

Bin ein Baum

auch schon gewesen.

Bin als Fluss

im Meer genesen.

 

War Regen

Biene

Schaum.

Vielleicht sogar

schon oft

in anderem Raum.

 

Auch Gold soll´s in mir geben.

(Wenn auch ganz wenig,

aber immerhin.)

Und die Experten sagen,

Gold zu schaffen,

bekommt nur eine

implodierende Sonne hin.

Selbst in einer Sonne,

war ich also drin.

 

Aus allem geboren

und alles

wieder werdend.

Im All,

im Licht,

in der Ober-

und in der Unterschicht.

 

Und hier endet

mein Gedicht.

Sitzend auf dem Sofa,

ja,

das sicher vieles

auch schon war.

 

JZ 13.12.2021

Die seltenen Blüten

 

Plötzlich tauchen sie auf,

die seltenen Blüten.

In dem, was ist.

Ganz unerwartet.

Ganz einzigartig.

Nicht wiederkehrend ist der Tag.

Und der Nächste ist der Neue,

der einzige Tag.

So, wie er ist.

So, wie ich bin.

 

Die Blüte fällt ab.

Sie war schön, verlockend, wunderbar.

Und doch:

Würde sie nicht vergehen,

würde sie keinen Raum geben.

Für die Samen.

Für Neues.

Das Neue braucht Zeit,

zu wachsen.

Es wächst in der Zeit.

Ganz von selbst.

Voller Vertrauen.

Jetzt

 

In jedem Augenblick,

bist Du frei.

Nur in Deiner Erinnerung,

bist Du es nicht.

 

In Deiner Erwartung

möglicher Zukunft

raubst du dir

deine Freiheit im Jetzt.

 

Darum gebe jedem Moment

seinen eigenen Raum.

Deine Füßchen

 

Deine Füßchen trugen dich durchs Leben.

Überall hin, beurteilten sie nie

dein Streben.

Nach hier und dort,

an jeden Ort.

Und war es nicht ein wahres Gedicht,

ihr Gleichgewicht?

Drum danke ihnen fein

und reibe sie weich ein,

dass sie auch weiter Deinen Körper tragen.

So kann man,

an allen unseren Tagen,

zu leben wagen.

Liebes Leben

 

Liebes Leben,

zu Dir will ich streben.

Auf und nieder,

immer wieder.

 

Denn sing ich

Deine Lieder,

dann fühl ich

mein Gefieder.

 

Mit dem flieg ich dann,

wenn ich kann,

aus der Enge

in die Weiten.

Im Fluss des Lebens,

mit Gezeiten.

 

Leben.

Ja.

Es ist jetzt da.

Immer und zu jeder Zeit,

hüllt es mich

in ihr wunderbares Kleid.

 

Und das ist weit

und mir so nah.

So,

wie immer es schon war.

 

Wenn ich es auch

vergesse mal,

wenn ich auch kenne

tiefe Qual.

Ich hab die Wahl.

Nein oder Ja.

Die Tür ist da.

 

Offen ist die Tür

zum Jetzt.

Ich lass zurück,

was mich zersetzt.

Und nehm mich an.

So wie ich bin.

So wie ich kann.

 

Mein Atem,

er fließt ein

und aus.

Ich möcht hinein

und nicht hinaus.

 

Hinein ins Leben,

ohne Streben,

ohne Müssen,

welch ein Segen.

 

Du rufst mich:

"Komm herbei,

dann sind wir doch schon

Zwei.

Ich bin Dein Leben

und bin immer Dir gegeben.

Und immer da.

Du darfst mir glauben,

es ist wahr."

Teilen

 

Es ist kalt geworden,

in dieser Welt,

dreht sich vieles,

um das Tote:

Geld.

 

Ich kann nicht sagen,

dass mir das gefällt.

 

Was Kultur, Gesellschaft

wir nennen,

ist oft nur noch:

Rennen.

 

Immer schneller soll es sein.

Wenig Ruhe.

Nein, nicht fein.

 

Digitale Illusionen,

in ihnen sollen wir

zufrieden wohnen.

 

Und dann ist,

in Wirklichkeit,

nichts da.

 

Doch den Fortschritt

sollen wir bejubeln.

Hurra, Hurra.

 

Nein, so kann ich nicht

zufrieden leben.

Zu dem Irrsinn,

will ich nicht länger

streben.

 

Trete heraus

und komme an.

 

Da ist es:

Das Einfache,

das Wahre,

in dem jeder leben kann.

 

Hier will ich verweilen,

und mit allem in der Welt

meine Zeit teilen.

22.02.2022

 

Eine bessere Welt

 

Eine bessere Welt,

entsteht nicht durch Geld.

Sondern indem wir das,

was bereits da ist

pflegen:

Natur, Leben.

Es wird uns geschenkt,

in jedem Moment.

 

Wir sind nicht weniger,

als ein Teil

dieser Welt.

Sie ist unser Boden, unser Sein,

das was WIRKLICH zählt.

 

Fortschritt ist nicht nötig,

denn alles ist schon da.

Wenn wir diese lebendige Welt achten,

wird wunderbares wahr.

08.02.2022

 

Der reiche Willfried

 

Willfried Heinz

aus Mainz

wollte immer nur:

Seins.

 

Und je mehr er bekam,

je mehr wurde er arm.

Im Herzen

nur noch Schmerzen.

 

Was war denn das?

Er besaß doch sooo viel,

richtig krass.

Doch alles alles alles,

machte immer weniger Spaß.

 

Da fing er an,

all seinen Kram

zu verschenken.

Begann damit,

nicht nur an sich,

sondern auch an Andere

zu denken.

 

Und je mehr er gab,

je mehr erwarb er:

Freundschaft, Freude, Miteinander.

Und sogar Liebe.

 

Und alle wünschten,

gemeinsam mit ihm,

dass dies immer so bliebe.

 

😉

Heute bin ich da

 

Heute bin ich da,

wo immer ich schon war.

Pflege meinen Garten,

innen,

lasse mich in Ruhe,

sinnen.

Bin lebendig,

eins zwei drei,

und schon ist diese Not

vorbei.

 

Für Steffi

 

JZ 30.11.2021

Hier-Sein

 

Lass doch alle

Amok laufen

oder sich

mit Irrsinn taufen.

Ich lasse durch,

muss hier nichts kaufen,

noch muss ich rennen.

Nichtmal laufen.

Ich kann sein,

da wo ich bin.

Das Hier-Sein,

Jetzt,

hat immer Sinn.

 

JZ 30.11.2021

Ohne Streben

 

Immer wieder will ich

und je mehr ich will,

je weniger still ich,

meinen Durst

nach Sein.

 

Wollen sollen, jagen grollen,

kann nie die Ehre

des Wirklichen zollen.

Wie wär es denn,

mal zu erleben:

Einfaches Dasein,

ohne Streben.

Das Ego lacht

 

Das Ego lacht und sagt:

"Was bist du doch fürn Frosch,

mein Alter."

 

Da lach ich auch

und sag:

"Nein, du bist hier der Frosch

und ich bin

dein Verwalter."

Gute Nacht ihr guten Wesen

 

Gute Nacht, ihr guten Wesen.

Möget ihr im Schlaf,

im Traum,

genesen.

Von Angst und Wut,

die tun nicht gut.

 

Denn hier werdet ihr

gefunden,

von allem, was euch bindet,

entbunden.

Frei zu sein,

damit seid ihr nicht

allein.

Hier dürft ihr teilen,

was euch liegt,

so fein.

 

In euren Träumen mögen

gute Wesen

euch besuchen.

Blumen duften,

Schmetterlinge setzen sich,

auf eure Kluften.

Und grüßen und erzählen euch,

vom Leben,

welches immer uns geschenkt wird,

ohne jedes Streben.

 

Gute Nacht ihr guten Wesen,

möget ihr geborgen sein,

ganz fein.

Und morgen lädt

der Tag

euch ein,

ganz frisch und munter,

immer wieder

neu zu sein.

 

JZ 11.11.2021

Graues Meer

Graues Meer,

tief, unergründlich.

 

Ich tauche auf,

sehe:

Ich war in Deinen Augen

versunken!

 

JZ 08.1993

 

 

Strömungen Deiner Seele

Wärst Du ein tiefer blauer See,

ich würde gern in Dir ertrinken.

Denn ich wüsste:

Es wäre süß.

Warmes Wasser

und tief unten

würde ich hin und her geweht werden,

von den Strömungen Deiner Seele.

 

JZ 1988

Licht oder Dunkel

 

Ja, ja, das Finstere,

selbst das wird wahr.

Ich frage mich,

ich frage mich,

wo ich dabei wohl war.

Im Dunkeln

oder Licht?

Dazwischen?

Oder war ich einfach

völlig dicht?

 

Heute ist alles

durcheinander.

Eine gute Antwort,

selbst auch nur für mich,

find ich nicht.

Doch weiß ich wohl,

was ich lieber mag:

Das Licht.

 

Für Alle,

für Alle,

soll es wieder scheinen.

Damit wir wieder lachen.

Und nicht um viele,

viele,

die im Dunklen

uns verloren gehen,

weinen,

weinen,

weinen. 

 

JZ 11.12.2021

Vor 18 Jahren geschrieben, heute leider mehr als passend:

 

Lügner

 

Es gibt zu viele Lügner,

auf der Welt.

Sie lügen und betrügen,

wie es ihnen gefällt.

Mit der Wahrheit nehmen sie es nicht genau,

denken sie sind schlau,

denken es merkt

keine Sau.

 

Es gibt Lügner in der Kirche,

Lügner in der Politik,

Lügner in Konzernen,

Lügner in der Musik.

Sie sind auf ihren Vorteil

nur bedacht,

denken sie sind der Letzte,

der lacht.

 

Unsere Wünsche,

unsere Träume,

nutzen sie

um uns zu ködern.

Sie denken sie wissen,

was für uns das Beste ist.

An sich

zweifeln sie nicht,

nichts gibt es,

was an ihrem

Gewissen frisst.

 

Lügner,

sie sind überzeugt

nur von sich,

von ihren Ideen,

von der Art,

wie nur sie

die Welt sehen.

 

Und sie denken nicht daran,

das man auch anders als sie

leben kann.

Den einen Weg

beschreiten: Sie.

Etwas Anderes

darf es nicht geben.

Nie.

 

JZ 24.11.2003

Wirklich

 

Tod und Geburt,

sterben und leben.

Im gleichen Moment.

Jetzt.

Welchem wenden wir uns zu?

 

Nur die Anziehung der Erde,

bleibt konstant.

 

Wollen wir vergehendes halten,

bewahren,

werden wir Verlust erfahren.

Und leiden.

 

Sehnen wir uns

nach Kommendem,

verlieren wir den Kontakt,

zum Jetzt.

 

Leben wir im Fluss,

Jetzt,

ohne Wissen,

sind wir in der Wirklichkeit.

Was mir die Grillen erzählen  👆
Alles was wir erleben ist wertvoll, da unsere Lebenserfahrung, nicht nur durch das, was wir tun, sondern schon durch unsere bloße,
durchlebte Existenz, einzigartig ist.
Jede Erfahrung trägt zur Entwicklung und zum Wissen/zu Weisheit bei, nicht nur für uns, sondern auch für das Ganze.
Deshalb ist jedes Leben wertvoll und alles Leben gleichwertig, auf Augenhöhe.
Auch schwere Dinge sind wertvoll, da sie ebenfalls Erfahrungen sind und wir durch sie oft Dinge lernen oder neue Dinge entstehen,
die ohne diese Erfahrung nicht möglich gewesen wären.
Alles was wir sind, hat sich im Laufe der Evolution, über Millionen Jahre, durch durchlebte Existenz und Erlebnis entwickelt. 
Der Strom des Lebens ist über Millionen, Millionen Jahre bis zu uns nie abgerissen.
Jede Zelle, jedes Gelenk, jede Neigung in uns, alles, ist so entstanden und entwickelt sich in uns stetig weiter.
Und trägt die Geschichte aller lebenden Wesen, die vor uns waren, in sich.
Nicht nur das, was wir können, ist wichtig, sondern auch das, was uns schwerfällt.
Denn so sehen wir, dass Andere manche Dinge besser können, dass alle Stärken und Schwächen haben, das wir uns ergänzen können.
Teilen.
Daran ist sichtbar, dass es im Ganzen nicht nur ums Weiterleben geht.
Es ist nicht alles einfach zufällig entstanden.
Es gibt eine durchgängige, klare Tendenz zu Entwicklung, zu Diversität und Erfahrungsgewinn.
Das Ganze hat Sinn und sogar eine Absicht:
An und durch durchlebte Erfahrung zu lernen, zu wachsen, sich zu entwickeln.
Diversität, Vielfalt, Entwicklung. Möglich durch durchlebte Erfahrung.
Jedes Leben hat Wert und Sinn.
JZ 13.10.21

Danke

 

Danke.

Das Licht ist überall.

Es ist in mir,

es ist um mich.

Es ist in Dir

und um Dich.

Es ist zwischen uns

und um uns herum.

Immerdar und zu jeder Zeit,

denn im Licht ist Ewigkeit.

 

JZ 31.12.2020