Parijato

Ungerufen

 

Drüben, und nah,

sehe ich dich

liegen in der Sonne. –

Weit, und schwer,

schwer auszumachen

mein Weg ...

du hörst früh

meine ungerufenen Schritte;

meine Suche findet

nur noch deinen Schatten

im vergessenden Sand,

mein Tasten spürt

nur die Spur deiner Wärme

unter der sinnlosen Sonne;

fern schon, folgen dir

meine Wünsche;

in ihrem Rücken

die ungerufenen Träume

überfüllen deinen Schatten,

kriechen Bilder

über deine verblassende Wärme,

bis mein Erinnern

dich

kaum noch erkennt.

So, da ham' se's

 

Man ist zufrieden

so zu zweit,

man hat es nicht weit

mehr zu bringen,

man hat

es gebracht.

Und hat es.

Es hat

alle beide.

Man so zu zweit

ist zufrieden; und

schweigt den Streit

(besonders daheim).

Das Heim ist traut,

man ist auch beim

Akt nicht zu viel,

sondern zu wenig laut.

Man hat nur die Ziele,

die man schon kennt,

es ist kein Ziel

mehr eines Weges Saat;

man hat eigne Wege

folgsam verpennt.

Nach ewig selbem

neuem Tag,

nach ewig Selbem

im TV,

das Bett, flau,

früh schon gemacht

für die eigenen remakes.

Man ist längst

„so alt wie man sich fühlt“,

man fängt zufrieden

schon an, nichts wird

mehr aufgewühlt,

(und das Bett nicht sehr)

man geht nicht mehr

unter die Haut,

und man traut

sich auch nich',

sich gegenseitich

(oder mit einander)

an die (frische)

Luft zu setzen.

White-out

 

Der Eissturm wirft

weiße Schatten

auf den Schnee –

Blind hinterlassen sind

die Augen, indem sehend –

Ausgelöscht ist dem Weg

Richtung und Welt –

Es bleibt nur noch

Raum ohne Gestalt –

Finsternis, die

den Blick mit Helle verstopft –

Ich taste mich durch

den Entzug von Grenze und Anhalt

im Schatten des Weiß.

Nach Tag und Tanz

 

Getragen haben dich

durch einen heißen langen Tag

deine Füße;

sie haben getanzt

den Abend

der letzten Sonne nach,

sind mit dir

gefolgt im Bad dem

kühlen Wasser, hinaus

aus dem letzten späten

Blau hinter dem Fenster.

Und du liegst nun,

weich, hast den Tag

und die Kleidung

von dir gleiten lassen;

ohne Spuren mehr

der Wege

deine Füße nun

sanft und frei.

Ich schmiege mich

an deine Füße,

streichle sie küsse sie,

lange

sie sind wie

offene Hände, die

mein Streicheln küssen,

sich an meine

Küsse schmiegen.

Und langsam

steige ich auf zu

allen deinen Lippen,

und wir lassen

die Nacht erglühen

   —

den frühen Vögeln entgegen

in den leisen Tanz

der ersten Sonne.